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Afrikaner entwickeln Aidsmedikamente: medeor initiiert eigenständige Forschung

In dem von medeor eingerichteten Entwicklungs- und Forschungslabor entwickeln afrikanische Pharmazeuten ein modernes Aidsmedikament. Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Abdruck bitte unter Quellenangabe: "obs/action medeor" Weiterer Text über ots und www.presseportal.de

Tönisvorst (ots) - Immer noch werden fast 60 Prozent aller Aidskranken nicht behandelt, weil die Medikamente nicht verfügbar oder zu teuer sind. "Ein Hauptproblem ist, dass Aids-Medikamente der neuen Generation für die armen Menschen in den Entwicklungsländern viel zu teuer sind und Pharmaunternehmen auf Patentschutz pochen", sagt Bernd Pastors, Vorstand der action medeor.

Als einzige europäische Hilfsorganisation entwickelt medeor nun selbst Aidsmedikamente in Tansania, einem von Aids am schlimmsten betroffenen Land Afrikas, und beabsichtigt, sie dort auch produzieren lassen. "Unsere Anstrengungen werden dazu führen, dass die Preise weiter sinken und die armen Länder unabhängig von teuren Importen werden und außerdem die eigene wirtschaftliche Entwicklung vorangetrieben wird", so Pastors.

Einheimische Pharmazeuten entwickeln das moderne Medikament unter Anleitung von erfahrenen Experten in einem von medeor selbst eingerichteten Entwicklungs- und Forschungslabor an der Universität Muhimbili in Dar es Salaam in Tansania. Dieses neue Medikament ist ein Arzneimittel der so genannten "improved first line". "Viele Aidspatienten brauchen dieses Medikament dringend, weil sie die Medikamente der ersten Generation aufgrund starker Nebenwirkungen nicht mehr vertragen", erklärt Pastors. Neben der Optimierung und Neuentwicklung von Arzneimittel-Formulierungen bildet medeor in dem Labor Studenten aus und pharmazeutisches Personal aus der Industrie weiter.

Seit inzwischen sieben Jahren treibt medeor die eigenständige Produktion und Entwicklung von Medikamenten in den afrikanischen Ländern mit Unterstützung der Europäischen Kommission, des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und der nordrheinwestfälischen Landesregierung voran. medeor hat in dieser Zeit neun Schulungen für Pharmazeuten sowohl in Tansania als auch in Ghana durchgeführt. Die Teilnehmer lernen die Qualität von Arzneimitteln zu verbessern und Arzneimittel selbst zu entwickeln. Seit Dezember 2006 begleitet medeor den Aufbau und die Errichtung einer Produktionsanlage für Aidsmedikamente in Arusha im Norden Tansanias. Ziel ist es, die Versorgung von 80.000 Aidspatienten mit antiretroviralen Medikamenten sicherzustellen.

Die afrikanischen Pharmazeuten sind begeistert und dankbar, dass medeor diesen Ansatz verfolgt. Auch das zehnte Seminar, das medeor Anfang Dezember anbietet, ist komplett ausgebucht. "Der Weg, den wir beschritten haben, ist nicht leicht", sagt Bernd Pastors. "Nur wenn es gelingt, das Know-how weiterzugeben und die Menschen zu schulen, hat Afrika eine Chance auf Eigenständigkeit, insbesondere auch darin, seine Menschen mit den lebensnotwendigen Medikamenten selbst zu versorgen."

Pressekontakt:

Deutsches Medikamenten-Hilfswerk action medeor,
St. Töniser Str. 21, D-47918 Tönisvorst,
www.medeor.org
Pressesprecherin Susanne Haacker,
Tel.: 02156/9788-78, 0173/5152091,
Fax: 02156/97 88 88

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