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Rheinische Post: Von der Bibel lernen

    Düsseldorf (ots) - Von Antje Höning

    Fünf Jahre lang ging es auf dem Arbeitsmarkt bergab: Die Betriebe strichen hunderttausende Stellen, die Arbeitslosenzahl kletterte über fünf Millionen. 2006 kam die Wende. Seitdem legt die Erwerbstätigkeit zu. Das beste: Der Arbeitsmarkt-Aufschwung ist echt - nicht ABM-finanziert, wie in den letzten Kohl-Jahren, nicht Minijob-getrieben wie in den letzten Schröder-Jahren. Von den 570.000 Erwerbstätigen, die im vergangenen Jahr hinzukamen, fanden die meisten einen sozialversicherungspflichtigen Job. Ein Grund zur Freude, nicht zum Übermut. Aus der Bibel wissen wir, dass den fetten Jahren ebenso viele magere folgen - wenn die Exportnachfrage nachlässt und die Firmen ihren Investitionshunger gestillt haben. Kluge Lenker wie einst der Pharao nutzen die fetten Jahre, um Kornspeicher anzulegen. Doch dieses Gleichnis scheint die große Koalition nicht zu kennen: Anstatt das Steuerplus in den Schuldenabbau zu stecken, übertrumpfen sich Union und SPD mit Ausgabeplänen. Anstatt eine echte Gesundheitsreform zu starten, verplempern sie Zeit mit faulen Kompromissen. Anstatt durch eine Lockerung des Kündigungsschutzes mehr Arbeitslose am Aufschwung teilhaben zu lassen, basteln sie am Mindestlohn. So vertut man Chancen.

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