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Rheinische Post: Kommentar: Im modernen Fußball hat Romantik keinen Platz

Düsseldorf (ots) - Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wollte auch mal den Kleinen das Gefühl geben, zu den Großen zu gehören. Deshalb hat er Städte wie Mönchengladbach eine Bewerbung als Standort für die Europameisterschaft 2024 einreichen lassen. Man hätte das Papier genauso gut für Malaktionen in Kindergärten verwenden können: Die Stadt hatte niemals eine echte Chance. Sie hatte Fußball-Bundesligist Borussia zu bieten, eine breite Unterstützung in der Bevölkerung und ganz viel Hoffnung - man sei doch jetzt endlich mal dran. Romantik war dummerweise kein Kriterium bei der Bewertung. Und so können sich mal wieder weitestgehend die üblichen Verdächtigen freuen. Es ist eine bedauerliche Entwicklung, die aber den modernen Fußball widerspiegelt: Es geht, trotz aller bigotten Beteuerungen, immer nur um eine vermeintlich ideale Welt mit der Aussicht auf maximale Rendite. Die Großen werden immer größer und bauen ihren Vorsprung weiter aus. Das ist keine Klage gegen die ausgewählten Städte. Besonders Düsseldorf bietet eben ohne Zweifel "perfekte" Bedingungen für einen Austragungsort. Die Frage ist nur: Muss es immer perfekt sein?

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