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Rheinische Post: Kommentar: Bonn geht ohne Bund

Düsseldorf (ots) - Der Komplettumzug der Ministerien von Bonn nach Berlin ist nur eine Frage der Zeit. Das Bonn-Berlin-Gesetz, nach dem sechs Ministerien ihren Hauptsitz in Bonn haben, wird unterlaufen. Der "Rutschbahn-Effekt" ist Alltag. Die Minister beordern Führungsstäbe an die Spree, auslaufende Stellen in Bonn werden nicht besetzt. Waren 2000 noch 1000 Ministerialbeamte in Bonn tätig (in Berlin 6700), hat sich das Verhältnis heute umgekehrt. Der Pendel-Zirkus kostet Millionen, die Einmal-Kosten des Umzugs würden sich amortisieren. Bonn braucht das Feigenblatt Bundesstadt nicht (mehr). Die Stadt boomt. Standort von Postbank, Telekom, UN. Das Kongresszentrum ist gut gebucht. Übrigens auch, weil die Teilnehmer gerne in Nostalgie schwelgen und tagen wollen. Für Touristen sind Kanzlerbungalow, Bundestag und Villa Hammerschmidt ein Hit. Die Ministerien gehören nicht dazu. Sicher: Verträge müssen eingehalten werden. Aber sie können auch neu geschlossen werden. Die nächste Regierung muss einen Ausstiegsfahrplan für die Bundesstadt beschließen. Bonn zuliebe.

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