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Rheinische Post: Verdrängter Krieg Kommentar Von Matthias Beermann

Düsseldorf (ots) - Man verdrängt diesen Krieg, den westliche Politiker schon voreilig für beendet erklärt hatten, hierzulande am liebsten. Aber in Afghanistan herrscht noch lange kein Frieden. Dafür sorgen vor allem die Taliban, wobei das nur ein Oberbegriff für eine Vielzahl teils konkurrierender Milizen ist, die am Hindukusch um die Macht kämpfen. Mullah Achtar Mansur, der jetzt bei einem amerikanischen Drohnenangriff getötet wurde, war seit einem Jahr immerhin nominell ihr Anführer. Als solcher war Mansur verantwortlich für blutige Anschläge und vermutlich Tausende Tote, darunter auch sehr viele Zivilisten. Ihn auszuschalten, war aus militärischer Sicht ein legitimes Ziel. Ob es auch politisch klug war, ist eine andere Frage. Die Sorge, dass Mansurs Tod den Friedensprozess in Afghanistan nun noch weiter ausbremsen könnte, ist aber nicht recht nachvollziehbar. Denn in Wahrheit gibt es diesen Friedensprozess gar nicht. Eine starke Fraktion der Taliban glaubt weiter fest daran, mit Gewalt mehr erreichen zu können als mit Palaver. Und solange das so ist, geht der Krieg weiter in Afghanistan.

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