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Rheinische Post: Kommentar: Grippe-Impfung aus Eigeninteresse

Düsseldorf (ots) - Schulen und Betriebe sind dünn besetzt, Wartezimmer voll: Mehr Menschen als sonst leiden an der "echten" Grippe. Warum ist das so? Zum einen ist der Impfstoff, den die Forscher für diesen Winter entwickelten, ungewöhnlich wirkungslos. Zum anderen nimmt die Impfbegeisterung der Deutschen ab - auch als Folge des Informationschaos aus dem Winter 2009, als WHO und Behörden die Welt mit Schweinegrippen-Panik verrückt machten. Ausgerechnet Ältere, für die die Influenza bedrohlich sein kann, sind weniger geschützt. War vor sechs Jahren noch jeder zweite über 60-Jährige geimpft, ist es heute nur noch jeder dritte. Bei Masern und anderen lebensgefährlichen Kinderkrankheiten wäre es sinnvoll, eine Impfpflicht einzuführen. Der Staat muss Kinder vor Eltern schützen, die wegen Verschwörungstheorien (Autismus!) diese Impfung ablehnen. So weit muss man beim Grippeschutz nicht gehen. Ältere Menschen können eigenverantwortlich entscheiden, und im Einzelfall mag es auch gute Gründe gegen die Impfung geben. Insgesamt aber muss die Impfrate steigen. Es wäre viel gewonnen, wenn Ärzte mit gutem Beispiel vorangingen. Da auch beim medizinischen Personal die Impfmüdigkeit wächst, hat der Virus leichtes Spiel.

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