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Nato als letzte Rettung? = Von Matthias Beermann

Düsseldorf (ots) - So schnell ist noch kein Nato-Einsatz beschlossen worden wie die Grenzsicherungsmission in der Ägäis. Kriegsschiffe und Kampfjets, um den Flüchtlingsstrom zu bändigen - wie groß muss die Ratlosigkeit inzwischen sein, um solche Maßnahmen anzustoßen? Vielleicht gelingt es ja tatsächlich, ein paar Schleusern das Handwerk zu legen. Und einige Flüchtlinge könnten vor dem Ertrinken gerettet werden. Aber darum geht es nicht. Vor allem soll der martialische Einsatz den Wählern in Europa suggerieren, dass endlich etwas geschieht. In Wirklichkeit wird sich nicht viel ändern, jedenfalls nicht zum Besseren. Die mörderische russische Offensive auf Aleppo hat den nächsten Exodus aus Syrien in Gang gesetzt und den mühsam verhandelten Flüchtlingsdeal mit der Türkei faktisch schon über den Haufen geworfen. Es hagelt gegenseitige Beschimpfungen. Der türkische Präsident Erdogan hat Europa schon vor Monaten damit gedroht, die Flüchtlingsschleusen nach Europa zu öffnen. Wenn sich die Lage in Syrien weiter zuspitzt, wird das vielleicht auch gar keinen Unterschied mehr machen.

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