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Rheinische Post: Kommentar: Das türkische Dilemma

Düsseldorf (ots) - Auf die Türkei kommt es an. Die Reduzierung der Flüchtlingszahlen wird nur gelingen, wenn die türkische Grenzpolizei es den Schleppern schwerer macht, Flüchtlinge an der Ägäis-Küste auf die überfüllten Boote Richtung Griechenland zu bringen. Bisher passiert das kaum. 2000 Menschen gelangen so täglich nach Europa. Deshalb ist es richtig und notwendig, dass die Bundeskanzlerin schon zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate nach Ankara fährt. Der nahende EU-Türkei-Gipfel muss dringend zu einem Abkommen führen. Die Türkei wird sich ihre Hilfe teuer bezahlen lassen. Deutschland hat keine Wahl. Der Startpunkt der Balkanroute ist der Schlüssel zur Reduzierung der Flüchtlingszahlen. Drei Milliarden Euro und die Visa-Freiheit werden nur der Anfang sein. Dennoch sollte Merkel ihren Gesprächspartner daran erinnern, dass eine EU-Mitgliedschaft niemals möglich sein wird, solange ein Land Minderheiten kriegerisch bekämpft. Der Kampf Erdogans gegen die Kurden unter dem Deckmantel des Krieges gegen den IS ist nicht mit den Werten der EU vereinbar.

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