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Rheinische Post: Kommentar: Notruf aus Schweden

Düsseldorf (ots) - Nicht Deutschland hat die großzügigste Asylpolitik in Europa, sondern Schweden. Schon seit Jahren nimmt kein anderer Staat gemessen an der Einwohnerzahl annähernd so viele Menschen auf wie das skandinavische Land. Auch in den letzten Monaten haben die Schweden wieder Zehntausende Flüchtlinge mit offenen Armen empfangen, darunter auch Menschen, die aus Deutschland weitergereist waren. Doch nun hisst die Regierung in Stockholm die weiße Flagge: die Grenze des Machbaren sei erreicht. Künftig will Schweden Flüchtlinge auch in andere EU-Länder weiterschieben. Es ist ein Notruf, der zeigt, dass der Streit über eine Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen ziemlich weltfremd ist. In Schweden gibt es inzwischen keine Unterkünfte mehr, und auch die Bereitschaft der Bevölkerung, weiter in diesem Umfang Migranten aufzunehmen, geht rasant zur Neige. Es hat eine Serie von Brandanschlägen gegeben und einen fremdenfeindlich motivierten Mord. Aber die Regierung hat nicht der Gewalt nachgegeben, sondern der bitteren Einsicht: Wir schaffen das nicht.

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