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Rheinische Post: Kommentar
Bei G 8 verlieren die Parteien die Nerven = Von Frank Vollmer

Düsseldorf (ots) - Wer wissen will, was eine selbsterfüllende Prophezeiung ist, der sollte in den kommenden Monaten genau nach Nordrhein-Westfalen schauen. Dem Land stehen beim "Turbo-Abitur" weitere unruhige Monate bevor - das ist seit gestern klar, seit die SPD-Fraktion offen über den Plan B für den Fall spricht, dass G 8 scheitert. Ein unbegreiflicher Fehler. Denn jedem Anfänger müsste doch klar sein: Man kann nicht Ruhe propagieren und gleichzeitig Ausstiegsszenarien verbreiten. Wer von neuer Unruhe an den Schulen redet, der wird sie auch bekommen - schon weil die G 8-Gegner längst Morgenluft wittern. Und so erleben wir ein übles Taktieren zwischen SPD und CDU: Wer blinzelt zuerst? Zu verlockend ist die Aussicht, auf den Populismus-Zug aufzuspringen und 2017 Wahlkampf gegen G 8 zu machen. Und zu bedrohlich der Gedanke, die Wahl zu verlieren, weil man an G 8 festhält. Statt die Entlastung mit Nachdruck durchzusetzen und den Schulen Zeit für diese letzte Chance zu lassen, verlieren die Parteien die Nerven. Die Schulen werden es ausbaden müssen. Der Patient G 8 in NRW ist nicht tot, noch nicht. Aber die Grube wird schon ausgehoben. Weil die Ärzte keine Geduld mehr haben. Es ist ein Trauerspiel.

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