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Kooperation hilft im Kampf gegen den Terror = Von Gregor Mayntz

Düsseldorf (ots) - Die Sicherheitsbehörden scheinen aus den skandalösen Pannen im Umgang mit der rechtsterroristischen NSU-Mordserie gelernt zu haben. Seinerzeit hatten sie die Gefahr verschlafen und dann auch noch die Mordermittlungen in die falsche Richtung getrieben. Nun schlugen sie zu, bevor die "Oldschool Society" terroristische Energie entfalten konnte. Es fällt auf, dass sich die Verantwortlichen aus Bund und Ländern gestern von der Zusammenarbeit geradezu begeistert zeigten. Fehlende Kooperation war als ein Hauptgrund für das Behördenfiasko in Sachen NSU analysiert worden. Der jüngste Erfolg hängt offenbar entscheidend damit zusammen, dass weder Polizei noch Verfassungsschutz ihre Einzelerkenntnisse für sich behielten. Indem sie die Informationen zusammenlegten, entstand das Bild von der zunehmenden Bedrohung. Nach den schlimmen Erfahrungen in den zwölf Jahren des NS-Unrechtsstaates ist die Trennung von Nachrichtendienst und Polizei ein hohes Gut in Deutschland. Siebzig Jahre später zeigt sich, dass es im Interesse von Freiheit und Sicherheit ist, die Trennung nicht als Selbstzweck anzusehen, sondern sie mit Augenmaß zu modifizieren.

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