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Rheinische Post: Madam President Kommentar Von Michael Bröcker

Düsseldorf (ots) - Hillary Clinton fordert die USA erneut heraus. Als First Lady scheiterte sie mit ihren Plänen zur Gesundheitsreform, 2008 verlor sie als demokratische Präsidentschaftsbewerberin gegen Barack Obama. 2016 sollen die US-Amerikaner nun die smarte Juristin aus Chicago zur ersten Präsidentin wählen. Bei den Vorwahlen der Demokraten ist sie Favoritin. Auch bei den Republikanern genießt sie Respekt. Die USA wären bei ihr in guten Händen. Und wir? Die Transatlantiker hierzulande sollten ihre Vorfreude bremsen. Clinton ist knallharte Militärpolitikerin (Libyen, Ukraine). Es war auch Außenministerin Clinton, die zuerst Asien als neuen strategischen Schwerpunkt für die US-Außenpolitik erdachte. In der Heimat wirbt sie für eine Annäherung an die Latinos, die größte Wählergruppe. Schon 2030 wird das weiße Amerika keine Mehrheit mehr stellen. Diese doppelte Verwestlichung hin zu Asien und Südamerika wird den politischen Gravitationsschwerpunkt von der Europa zugeneigten US-Ostküste in den Westen und Süden verlegen. Europa wäre unter Hillary Clinton nur einer von mehreren Verbündeten.

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