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Rheinische Post: Lehren aus Schulausfall

Düsseldorf (ots) - Als Schüler habe ich schon mal gehofft, dass Unterricht ausfällt. Ein Gräuel war mir der Sport. Inzwischen habe ich begriffen, dass jede ausgefallene Schulstunde Chancen nimmt. Deshalb verdient Schulministerin Löhrmann ein Fleißkärtchen. In ihrer Amtszeit hat sich der Unterrichtsausfall reduziert. Allerdings gehen immer noch 1,8 Millionen Stunden für die Wissensvermittlung verloren. Welche Fächer, welche Schulen, welche Regionen besonders betroffen sind, sagt die Statistik nicht. Der Lerneffekt der Untersuchung ist folglich begrenzt. Zu bemängeln ist vor allem das Verfahren der Erhebung. Da ruft die Landesregierung die digitale Offensive aus und erhebt Daten wie zu Zeiten der Kreidetafel. Nicht etwa per Knopfdruck, sondern durch schriftliche Nachfrage in 700 von 6000 Schulen in NRW. Wer wirklich etwas gegen Lernlücken tun will, braucht eine tagesaktuelle Erfassung. Damit wären spezifische Informationen auswertbar, Probleme ließen sich frühzeitig erkennen und Ausfälle besser kompensieren. Fazit: Die Schulministerin benötigt Nachhilfe in IT und Organisation. Vor dieser Lektion sollte sie sich nicht fürchten.

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