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Rheinische Post: Kommentar
Ungeschützt = Von Stefan Weigel

Düsseldorf (ots) - Dass die Unesco christliche Schützenvereine vorerst nicht als Kulturerbe aufnehmen will, mutet zunächst seltsam an. Schließlich sind die Bruderschaften mit ihren jahrhundertealten Wurzeln, mit ihren Traditionen, Uniformen und Festen der Inbegriff deutschen Brauchtums. Sie würden sich eigentlich gut in eine Liste fügen, in der sich bereits die deutsche Brotkultur, das Finkenmanöver im Harz oder der Rheinische Karneval finden. Eigentlich. Wenn da nicht ein klitzekleines Problem wäre: Die Experten der Unesco verstehen nicht, warum christliche Ursprünge einer Brauchtumsgemeinschaft heute noch verhindern, Menschen anderen Glaubens aufzunehmen. Ein Dialog der Religionen als Beitrag zur Völkerverständigung ist der Unesco jedoch extrem wichtig - in der Begründung zur Aufnahme der Passionsspiele in Oberammergau kann man das nachlesen. Es wäre gut, wenn die Schützen - den im Ton unangemessenen - Wink der Unesco zum Anlass nähmen, ihre Statuten zu überdenken. Es sollte möglich sein, christliche Traditionen zu bewahren, ohne Andersgläubige auszugrenzen.

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