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Der neue Kalte Krieg = Von Gregor Mayntz

Düsseldorf (ots) - Atombombenfähige russische Langstreckenbomber im Anflug auf die Nato, Truppenverstärkungen, neue Nuklearraketen, dazu der Vorwurf, der "aggressive" Westen wolle militärisch die Oberhand über Russland gewinnen. Moskau wähnt sich also in einem neuen Kalten Krieg. Wer sich in den 50er und 60er Jahren darin gefiel, stark und gefürchtet zu sein, der ist heute offenbar geneigt, auf militärische Muskelspiele zu setzen, wenn er unter einem dramatischen Verlust an wirtschaftlichem und politischem Einfluss leidet. Doch die Situation lässt sich nicht vergleichen. Damals wagte keine Seite, sich in den Herrschaftsbereich der anderen einzumischen. Nun sind viele souveräne Staaten an die Stelle einer bipolaren Welt getreten. Bei den Aufständen 1953 in der DDR und 1968 in Prag standen den sowjetischen Panzern Demonstranten mit bloßen Fäusten gegenüber. In der Ostukraine dagegen herrscht Krieg mit Infanterie und Artillerie. Das macht jedes zusätzliche Säbelrasseln so gefährlich und erschwert den Weg zu Waffenstillstand und Verständigung.

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