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Rheinische Post: Kommentar
Innenpolitik mit Grexit = Von Martin Kessler

Düsseldorf (ots) - Die Griechen halten mal wieder Europa in Atem. Sollte eine neue Regierung in Athen die Schulden nicht mehr bedienen und damit eine Staatspleite auslösen, wird das massive Auswirkungen auf den Rest der Währungsunion haben, egal ob die Bundesregierung die Situation für beherrschbar hält oder nicht. Darum ist die indirekte Warnung an die Griechen, den Pfad der Tugend nicht zu verlassen, die eine Sache. Einigen in der Koalition geht es aber auch darum, die Krise in Griechenland innenpolitisch zu nutzen. Da kommen markige Sprüche gut, man fürchte einen Euro-Ausstieg der Griechen nicht, auch wenn er Athen in die Katastrophe stürzte. Hier ist trotz aller Berechtigung, die Griechen zu warnen, zur Mäßigung zu raten. Denn wer allzu oberlehrerhaft den leidgeprüften Menschen zwischen Athen und Thessaloniki Wahlvorschriften macht, dürfte eher das Gegenteil bewirken und eine Trotzhaltung hervorrufen. Populistische Vorteile in der Innenpolitik dürfen nicht die Tonlage bestimmen. Sonst wird die Krise wirklich unbeherrschbar.

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