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Rheinische Post: Kommentar
Zementierte Koalition = Von Eva Quadbeck

Düsseldorf (ots) - Ein Jahr nach dem Start einer Regierung sacken üblicherweise die Umfragewerte ab. Für die große Koalition in Berlin gilt dies nicht. Würde an diesem Wochenende gewählt, man käme fast zu dem gleichen Ergebnis wie vor gut einem Jahr. Das ist kurios. Denn es ist genug passiert, was das Land und die Umfragewerte in Bewegung hätte bringen können: Edathy-Affäre, Rentenpaket, Mindestlohn, Ukraine-Krise, Waffen in den Irak - um nur ein paar Großthemen zu nennen. Dass die Bürger keinen Anlass zur Veränderung sehen, hat viel mit der Kanzlerin zu tun. Sie ist in eine Sphäre der Beliebtheit abgehoben, die bislang Bundespräsidenten vorbehalten war. Sie steht für Sicherheit, Stabilität und Berechenbarkeit. Doch eben diese Eigenschaften, die die Deutschen so sehr an ihrer Kanzlerin schätzen, sind auch die große Schwäche dieser Koalition. Es war Merkel selbst, die zu Beginn dieser Regierung meinte, eine große Koalition sei für große Aufgaben da. Doch bislang fehlen dem Regierungsbündnis Mut und Kraft, über die Wahlperiode hinaus zu agieren.

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