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Rheinische Post: Bei Kitaplätzen darf Masse nicht Klasse sein

Düsseldorf (ots) - Noch nie war der Bedarf an einer Betreuung von Kleinkindern so groß wie heute, und noch nie gab es mehr Kindergartenplätze in Deutschland. Um wegen des Rechtsanspruchs auf einen U3-Kitaplatz nicht verklagt zu werden, haben die Länder und Kommunen - unterstützt vom Bund - eine beispiellose Aufholjagd beim Ausbau hingelegt. Mittlerweile gilt der Bedarf an vielen Stellen bereits als gedeckt, auch wenn sich in den meisten Metropolen der Republik nach wie vor wahre Kämpfe um Kinderbetreuungsplätze abspielen. Dennoch: Man dürfte ja eigentlich zufrieden sein. Klagen jedenfalls hat es bisher kaum gegeben. Aber Vorsicht! Denn Masse darf nicht als Ersatz für die Klasse der Angebote herangezogen werden. Viel zu häufig verbringen die Kleinsten unserer Gesellschaft Stunden ohne adäquate Betreuung, werden gerade in den für die Entwicklung wichtigen ersten Lebensjahren nicht ausreichend gefördert. Das liegt nur selten an den Kita-Angestellten und fast immer am System. Gelingt es daher nicht, dass sich Bund, Länder und Kommunen bald auf Qualitätsstandards einigen, sind die quantitativen Erfolge des Ausbaus nur halb so viel wert. Daran wird sich die Bundesfamilienministerin am Ende messen lassen müssen.

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