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Rheinische Post: Lokführer sind nur noch Randfiguren des Streiks

Düsseldorf (ots) - In diesem Streik geht es nicht um geknechtete Lokführer, die mit ihrer letzten Patrone gegen einen übermächtigen Konzern ankämpfen. Um Lokführer geht es in diesem Streik inzwischen sogar am allerwenigsten. Der Streik ist das Resultat eines rücksichtslosen Machtkampfes zweier Gewerkschaften, die beide genau wissen, dass das Land eigentlich nur eine von ihnen braucht. Die Lokführergewerkschaft GDL will künftig unbedingt auch für die Zugbegleiter zuständig sein, obwohl die bereits bestens von der konkurrierenden Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) vertreten werden. Um dieses Ziel trotzdem zu erzwingen, streikt die GDL. Das ist unverschämt. Denn der Machtanspruch der GDL hat mit den Arbeitsbedingungen der Lokführer im Grunde gar nichts zu tun. Streiks sind aber nicht dazu da, um einer Gewerkschaft Geländegewinne im Kampf gegen eine andere zu sichern, sondern um die Arbeitnehmer vor unzumutbaren Arbeitsbedingungen zu schützen. Bei den Arbeitsbedingungen hat die Bahn längst weitreichendes Entgegenkommen signalisiert. Deshalb ist es unfair von der GDL, jetzt Millionen von Bahnfahrern für ein Streikziel in Geiselhaft zu nehmen, das in Wahrheit nur den GDL-Funktionären dient.

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