Rheinische Post

Rheinische Post: Kein Verständnis mehr für die Lokführer Kommentar Von Birgit Marschall

Düsseldorf (ots) - Spätestens jetzt darf man Claus Weselsky, dem umstrittenen Chef der Lokführer-Gewerkschaft GDL, getrost Realitätsverlust attestieren. Anders als Weselsky glaubt, hat er die öffentliche Meinung längst nicht mehr hinter sich. Ihm weht der Wind frontal ins Gesicht. Außer beim Beamtenbund, der Dach-Organisation der GDL, hat jetzt niemand mehr Verständnis für die Lokführer. Am wenigsten die Bahn-Kunden, die ihre Pläne und Termin-Verpflichtungen umstellen müssen. Für die Ewigkeit von 4,5 Tagen liegt auch der Güterschienenverkehr bundesweit lahm - das wird der Wirtschaft schaden, vor allem aber der Bahn. Weil sie die Arbeitgeberin der Lokführer ist, schadet die Gewerkschaft gerade auch ihnen und damit sich selbst. Für die Vernünftigen in der GDL kann das nur bedeuten: Sie müssen sofort zurück an den Verhandlungstisch. Vielleicht gelingt es ja doch noch, ein Verfahren mit der Bahn zu finden, das der GDL und der Konkurrenz-Gewerkschaft EVG unterschiedliche, aber dennoch strukturell ähnliche Tarifverträge auch für Zugbegleiter garantiert. Dann könnte der Streik noch abgewendet werden. Wenn das nur ohne Weselsky geht, müssen die, die in der GDL nicht unter Realitätsverlust leiden, jetzt gegen ihn meutern.

Pressekontakt:

Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

Original-Content von: Rheinische Post, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Rheinische Post

Das könnte Sie auch interessieren: