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Rheinische Post: In Würde sterben Kommentar Von Martin Kessler

Düsseldorf (ots) - Niemand, der guten Willens ist, wird den Freitod von Brittany Maynard und die Sterbehilfe ihrer Angehörigen und Ärzte moralisch verurteilen. Die Amerikanerin litt an einem aggressiven Hirntumor, der ihr unsägliche Schmerzen bereitete. Sie hat ein Ende in Würde gefunden. Allerdings ist es von da bis zur Freigabe des assistierten Suizids oder, nennen wir es offen, zur aktiven Sterbehilfe ein weiter Weg. Jeder Mitfühlende hat Verständnis für die Tat der 29-jährigen Frau. Aber sollen deswegen die Ärzte und Pfleger, deren Aufgabe es ist, Leben so weit wie möglich zu erhalten, den Tod direkt oder indirekt herbeiführen? So nachvollziehbar der Freitod Maynards ist, als juristischer Akt ist er falsch. Wer die Erhaltung des Lebens als oberstes Prinzip hat, darf nicht töten. Es muss alles dafür getan werden, die letzten Stunden so schmerzfrei wie möglich zu gestalten. Aber den sanften Tod gibt es nicht, auch nicht durch einen Giftcocktail. Das Recht, das die aktive Sterbehilfe verbietet, muss diesen Spagat aushalten. Nicht alles, was verständlich ist, ist gleichzeitig auch richtig.

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