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Rheinische Post: Europa auf Trab bringen Kommentar Von Reinhold Michels

Düsseldorf (ots) - Hand aufs Herz: Sind wir fasziniert vom Gedanken an Vereinigte Staaten von Europa, so wie jedem Amerikaner das Herz aufgeht, wenn er an The United Staates of America denkt? Wer jetzt einwendet, beides sei nicht miteinander vergleichbar, hat nicht unrecht. Aber wer sagt denn, dass man nicht voller Elan ein Ziel in den Blick nehmen darf, auch wenn es momentan noch unerreichbar zu sein scheint? Komisch und für die Jüngeren beschämend ist es, dass es politische Pensionäre wie Helmut Kohl und Joschka Fischer sind (nennen wir sie Visionäre), die energisch dazu aufrufen, Europa neu aufs Pferd zu setzen, damit es auf Trab kommt. Kohl nutzte gestern die Gelegenheit, die rot-grüne Regierung Schröder/Fischer unverzeihlicher Fehler in der EU zu bezichtigen. Die wurden mit der zu frühen Aufnahme Athens und der Euro-Stabilitäts-Schlamperei tatsächlich begangen. Aber wie fürs Leben, so gilt auch für das Projekt Europa die Weisheit: Erklären kann man beides nur aus der Rückschau, führen bzw. vorantreiben jedoch lässt es sich allein im Blick nach vorn.

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