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Rheinische Post: Heiliger Ort Friedhof

Düsseldorf (ots) - Ob der alte Grieche Heraklit sein "Alles fließt" so radikal zu denken vermochte, dass der Mensch einst auch die Friedhöfe als gleichsam heilige Stätten der letzten Ruhe in Frage stellt? Der von SPD und Grünen regierte Bundesland-Winzling Bremen macht sich auf den Weg einer Bestattungsreform, die wie ein kultureller Rückschritt in der Geschichte des Homo sapiens wirkt. Hinter der bremischen Freigabe der Haus-Beisetzung des eingeäscherten Leichnams stecken Individualismus- und Selbstbestimmungsrechts-Ideen als die heiligen Kühe der Gegenwart. Dass es schon jetzt allerhand grenzgängerische Tricksereien mit Urnen im Transitverkehr gibt, ist vielleicht kein zum Himmel schreiender Frevel. Aber es gibt auch keinen Grund zur fixen Anpassung der Landesgesetze an diese Moderne, die mit uralter Menschheitstradition und Friedhofskultur bricht. NRW mag den bremischen (Privat-)Weg nicht mitgehen; es gestattet Beisetzungen nur auf öffentlich zugänglichem Grund. Das können würdevoll gestaltete Grabeskirchen, kann aber nicht der Vorgarten zu Hause sein.

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