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Rheinische Post: Türkisches Fiasko

Düsseldorf (ots) - Es stimmt: Die Türkei hat unter den Folgen des syrischen Bürgerkriegs stärker zu leiden als all jene Länder, die ihr jetzt gute Ratschläge erteilen. Hunderttausende Flüchtlinge hat das Land klaglos aufgenommen, das sollte uns Respekt abnötigen. Ansonsten aber, das ist leider ebenso wahr, ist die türkische Syrien-Politik ein einziges Fiasko. Weil man in Ankara trotz aller Friedensgespräche mit der kurdischen Arbeiterpartei PKK weiter vom Kurden-Trauma gelähmt scheint, setzt man im Kampf gegen die Terror-Horden des "Islamischen Staats" die falschen Prioritäten. Wochenlang hat sich die Türkei geweigert, den bedrängten kurdischen Verteidigern von Kobane Hilfe zukommen zu lassen - bis sich die Amerikaner jetzt darüber hinwegsetzten und Waffen per Fallschirm abwarfen. Nun, ganz plötzlich, sollen doch irakische Kurden über türkisches Territorium nach Kobane dürfen. Dieser Zickzackkurs ist peinlich für die Türkei, die doch so gerne als regionale Führungsmacht wahrgenommen werden will. Präsident Erdogan ist gerade dabei, die internationale Reputation seines Landes zu verspielen.

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