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Rheinische Post: Kommentar
Laternen ohne Polizei - Verlust von Bürgernähe Von Martina Stöcker

Düsseldorf (ots) - Die Kinder in den Martinszügen gehen mit ihrer Laterne - und künftig ohne Polizei. Die Beamten werden gemäß einer Anweisung aus dem Innenministerium nur noch die Gefahrenpunkte absichern. Wenn möglich, sollen die Strecken geändert werden, damit möglichst wenig Beamte im Einsatz sind. Auch Innenminister Ralf Jäger (SPD) will und muss sparen angesichts von Haushaltssperre und schwierigen Etatverhandlungen. Weniger Beamte einzusetzen, macht bei Fußballspielen in der Bundesliga durchaus Sinn, bei denen Hundertschaften am Wochenende unter anderem Fans von Vereinen überwachen, die Millionen-Umsätze erwirtschaften. Wenn die Polizei allerdings in Dörfern und Stadtvierteln für ein bis zwei Stunden am späten Nachmittag Martinszüge mit kleinen Kindern nicht mehr begleitet, ist das nur schwer nachzuvollziehen. Es geht um rheinisches Brauchtum, um Kinderfreude, um eine Veranstaltung ohne finanzielle Interessen. Wenn die Polizei sich das spart, wird sie vermutlich nicht einen Einbrecher oder Autodieb mehr schnappen - diese Prognose sei erlaubt. Stattdessen geht ihr eine Möglichkeit verloren, die Nähe zum Bürger - jenseits von Kontrollen und Straftaten - zu pflegen.

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