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Putin erteilt Europa eine bittere Lektion = Von Matthias Beermann

Düsseldorf (ots) - Verzweifelt versuchen westliche Diplomaten zu ergründen, welche Ziele Russlands Präsident Wladimir Putin mit seinem unerklärten Krieg gegen die Ukraine verfolgt. Strebt er die Bildung eines Pufferstaats an, eines von Moskau abhängigen "Neu-Russlands"? Will er einen "Krim-Korridor" schaffen, um die im Frühjahr annektierte Halbinsel noch fester an Russland zu ketten? Oder will er einfach nur weiter für blutiges Chaos in der Ukraine sorgen, um eine Westorientierung des Nachbarn zu sabotieren? Doch selbst wenn man die Antwort wüsste, hätte man damit noch keine Lösung: Keines dieser Ziele können wir akzeptieren. Ausgerechnet am Jahrestag des deutschen Angriffs auf Polen 1939 muss sich Europa eingestehen, dass es Putins Skrupellosigkeit hilflos gegenübersteht. Immerhin haben die Bundeskanzlerin und - deutlicher noch - der Bundespräsident das Offensichtliche endlich ausgesprochen: Russland versucht, mit Gewalt Grenzen zu verschieben. Wir müssen uns einer Bedrohung stellen, die vielen unvorstellbar schien und die viele immer noch zu verdrängen suchen. Doch Putins Aggression lässt die Illusion platzen, am Ende lasse sich jeder Konflikt mit gutem Willen und Geld lösen. Es ist eine bittere Lektion für Europa.

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