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Rheinische Post: Selbsthilfe gegen Armut Kommentar Von Birgit Marschall

Düsseldorf (ots) - In deutschen Großstädten nimmt die Armut zu, warnt das Institut der deutschen Wirtschaft in einer für das wirtschaftsnahe Institut eher ungewöhnlichen Studie. Dort steige der Anteil der Bürger mit einer Kaufkraft unterhalb der Armutsschwelle deutlich schneller an als in ländlichen Regionen. Für die Politik ist das ein alarmierendes Zeichen. Denn wachsende Armut und soziale Spaltung in den Städten sind eine viel größere potenzielle Gefahr für den sozialen Frieden als das nunmehr fast schon überwundene Ost-West-Gefälle bei der Kaufkraft. Wirksam lässt sich Armut allerdings nicht bekämpfen, indem der Staat soziale Leistungen anhebt oder mehr staatlich subventionierte Jobs anbietet. Statt dessen muss es der Politik um bessere Hilfe zur Selbsthilfe vor allem in Städten gehen: Mehr Kita-Plätze verbessern Verdienstchancen der oft armutsgefährdeten Alleinerziehenden. Mehr Sprachkurse für Migranten erhöhen nachhaltig deren Job-Chancen. Das staatliche Betreuungsgeld dagegen war ein Riesenfehler, weil es Kinder aus armutsgefährdeten Haushalten von Förderangeboten in Kitas fernhält.

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