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Die Karstadt-Lehre = Von Georg Winters

Düsseldorf (ots) - Als die Welt 2010 Nicolas Berggruen als Karstadt-Käufer wahrnahm, waren alle froh. Doch die Bilder, auf denen der Investor mit der damaligen Arbeitsministerin Ursula von der Leyen um die Wette lächelte, sind Vergangenheit. Jetzt gibt's wieder einen neuen Eigentümer, aber die Karstadt-Probleme sind immer noch riesig. Der Konzern ist ein Lehrstück dafür, dass man die Rettung eines Unternehmens zwar öffentlichkeitswirksam inszenieren und daraus womöglich politisches Kapital schlagen kann, aber darüber die ökonomische Wirklichkeit nicht aus den Augen verlieren darf. Wenn es wie bei Berggruen das ausschlaggebende Argument eines Investors ist, nicht an den Jobs zu rütteln, dann ist das zu wenig beim Versuch, veraltete Kaufhäuser fit zu machen für den Handel im Internet-Zeitalter des 21. Jahrhunderts. Doch damals waren alle froh, die Karstadt-Kuh erst mal vom Eis zu haben. Jetzt zeigt sich: Der Jobabbau war aufgeschoben, nicht aufgehoben. Kein Ruhmesblatt für die Akteure von einst und ein wieder mal verheerendes Signal für die Belegschaft.

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