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Rheinische Post: Kommentar
Zum Schutz der Kinder = Von Detlev Hüwel

Düsseldorf (ots) - Seit Jahren steigt die Zahl der Schutzmaßnahmen zugunsten von Kindern und Jugendlichen an. 2002 waren es in Nordrhein-Westfalen 7910 Fälle; inzwischen sind es mehr als 12 000 - eine höchst beunruhigende Entwicklung. Allerdings mag dabei auch eine Rolle spielen, dass die Wachsamkeit von Nachbarn und Verwandten zugenommen hat. Die Hemmschwelle, dem Jugendamt verdächtige Beobachtungen zu melden, dürfte in den vergangenen Jahren deutlich geringer geworden sein. In der Regel setzen Inobhutnahmen das Einverständnis der Eltern voraus, die offenbar zum größten Teil überfordert sind. Widersprechen sie, muss ihnen das Kind übergeben werden, sofern keine weitere Gefährdung besteht. Andernfalls muss das zuständige Familiengericht eine Entscheidung treffen. So oder so: 12 000 Schutzmaßnahmen sind ein Trauerspiel und müssen der Politik ein Ansporn sein, so früh wie möglich gegenzusteuern. Mit dem Modellprojekt "Kein Kind zurücklassen" hat NRW einen richtigen Weg eingeschlagen. Wann wird sich das auch auf die Zahl der Schutzmaßnahmen auswirken?

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