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Putin will Konfrontation um jeden Preis = Von Andreas Gruhn

Düsseldorf (ots) - In russischen Supermärkten wird bald viel Platz sein. Ein Großteil des Angebots an Nahrungsmitteln darf nicht mehr eingeführt werden, weil es aus der EU stammt. Mit dem Embargo bestraft Präsident Putin zuallererst sein eigenes Volk, das nun höhere Preise für minderwertigere Lebensmittel wird zahlen müssen. Das nehmen die Russen aber in Kauf, fast 90 Prozent stehen hinter ihm. Der Westen konnte nicht erwarten, dass seine Sanktionen ohne Antwort bleiben. Die Reaktion zeigt, dass die EU Putins Nerv getroffen hat. Die wirtschaftlichen Folgen für Europa dürften verkraftbar sein, das Signal Putins wiegt deutlich schwerer: Es geht nicht mehr nur um die Ukraine, sondern um offene Konfrontation mit dem Westen, koste es, was es wolle. Dafür bricht er einen Handelskrieg vom Zaun, der nur Verlierer haben kann. Wer jetzt die Sanktions-Spirale weiterdreht, provoziert neuerliche russische Gegenmaßnahmen. Der Westen tut gut daran, nun besonnen, aber zügig zu reagieren: indem er sich Alternativen im Handel und bei der Versorgung mit Gas und Öl sucht. Auch wenn das teuer werden dürfte, den Preis muss Europa bezahlen. Wer ukrainische Separatisten aufrüstet und einen Krieg riskiert, ist kein guter Geschäftspartner.

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