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Rheinische Post: Partner-Spionage

Düsseldorf (ots) - Es gibt wohl kaum ein Dokument der Bundesregierung, über das die Amerikaner auf vertraulichen Kanälen nicht informiert würden, wenn sie es wollten. So gehört sich das, wenn zwei Nationen seit Langem Seite an Seite stehen, nicht nur als überwölbende Wertegemeinschaft, sondern ganz konkret in der Abwehr der Terrorgefahren. Und deshalb gehört es sich einfach nicht, den Partner auszuspionieren. Mancher in Washington wundert sich über die Empörung der Deutschen. Das mache doch jeder, man dürfe sich nur nicht erwischen lassen. Vertrauen in der Sonntagsrede, Spionage im Alltag, so funktioniert eine Partnerschaft nicht. Deshalb braucht die Supermacht eine Lektion. Barack Obama muss klar gemacht werden, dass eine Nation, die früher wegen ihrer Selbstreinigungskraft bewundert wurde, ihr Ansehen verliert, wenn sie ihre besten Freunde andauernd vor den Kopf stößt. Es ist an der Zeit, dass Obama mit einer deutlichen Direktive und einer unmissverständlichen Geste klar macht, was ihm die Werte allgemein und die Deutschen im Besonderen wert sind.

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