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Rheinische Post: Kommentar
Auge um Auge = Von Matthias Beermann

Düsseldorf (ots) - Die Gewalt zwischen Israel und den Palästinensern blieb lange kanalisiert in ein zynisches Ritual, bei dem die eine Seite Raketen verschoss und die andere zurückbombte. Ein kontrollierter Schlagabtausch, der nur selten eskalierte. Man hatte sich so sehr eingerichtet in dieser Lage, dass der politische Wille zur einer Friedenslösung beinahe vollständig erlahmt ist. Denn eine solche Lösung würde politische Zugeständnisse verlangen, zu der keine Seite zwingende Veranlassung sah. Nun aber könnte die Entführung und Ermordung von drei israelischen Jugendlichen eine fatale Spirale von Gewalt und Gegengewalt auslösen - es droht ein unkontrollierbares Auge um Auge, Zahn um Zahn. Um dies zu verhindern, müssen die politisch Verantwortlichen jetzt entschlossen handeln. Israels Premier Benjamin Netanjahu muss die radikale Hamas nicht militärisch, sondern politisch bekämpfen, indem er auf den gemäßigten Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas zugeht. Und der muss endlich aufhören, seinen Leuten mit unrealistischen Maximalforderungen an Israel zu imponieren zu wollen.

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