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Rheinische Post: Wissenschaft des Todes Kommentar Von Martin Kessler

Düsseldorf (ots) - Die Politik will gern von Wissenschaft beraten sein. Jedes Ministerium, das etwas auf sich hält, umgibt sich mit einem Wissenschaftlichen Beirat. Dass nicht jeder Rat dem hohen Anspruch gerecht wird, zeigt ein Beispiel aus dem tschechischen Sozialministerium, immerhin in unserem Nachbarland. Dort hat ein Wissenschaftler namens Miroslav Mitlöhner gefordert, Ärzten zu erlauben, behinderte Föten, in seiner Sprache "Missgestalten", auch gegen den Willen der Eltern abzutreiben. Es sei Pflicht, diese "ernsten Anomalien" zu verhindern. Nun könnte man diesen ungeheuerlichen Unsinn als Sondermeinung eines Spinners abtun. Doch Professor Mitlöhner steht in der Wissenschaft nicht allein da. So empfiehlt der australische Philosoph Peter Singer die Tötung von Babys mit starken Behinderungen, um Platz für gesunde Kinder zu schaffen. Auch in Deutschland gibt es Wissenschaftler, die damit sympathisieren. Es ist eine Wissenschaft des Todes, die sich anmaßt, über das Leben zu entscheiden. Doch Vorsicht: Auch Demokratien sind nicht davor gefeit, dass solche Wissenschaftler Anhänger finden.

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