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Rheinische Post: Jeder will Strom, aber keiner den Konverter Kommentar Von Antje Höning

Düsseldorf (ots) - Der Stromnetzbetreiber Amprion hat bei der Errichtung seines Konverters so ziemlich alles falsch gemacht. Er hat Meerbusch alternativlos genannt, obwohl, wie sich nun zeigt, auch andere Standorte denkbar sind. Er hat Stadt und Bürger nicht frühzeitig eingebunden, seine Informationspolitik folgte dem Salami-Prinzip statt einer Strategie. Das ist umso verwunderlicher, als das Beispiel Bayer gezeigt hat, was passiert, wenn man Ängste und Macht der Anwohner unterschätzt. Mit Hilfe der Gerichte verhindern sie seit Jahren, dass Bayers CO-Pipeline in Betrieb geht. Amprions Dilettantismus ist umso ärgerlicher, weil das Anliegen berechtigt ist. Deutschland braucht Stromautobahnen und Umwandler, wenn es aus der Atomkraft aussteigt. Wer den Industriezentren im Süden die Atommeiler abstellt, muss ihnen Windstrom von der Küste liefern. Alle Bürger wollen sicheren Strom, aber keiner will die Infrastruktur vor seiner Haustür. Sankt Florian lässt grüßen. So kann die Energiewende in einem besiedelten Industrieland nicht funktionieren. Das sollten sich die Meerbuscher ebenso klar machen wie die Bürger in Kaarst oder Dormagen. Und dann muss nach klaren Kriterien entschieden werden, was der beste Standort ist.

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