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Rheinische Post: Kommentar
Schweizer Abschottung = Von Maximilian Plück

Düsseldorf (ots) - Die Schweizer haben ökonomische Vernunft walten lassen, möchte man angesichts ihres überwältigend eindeutigen Votums bei der gestrigen Volksabstimmung meinen. Gewerkschaften hatten den weltweit höchsten Mindestlohn von umgerechnet rund 18,50 Euro pro Stunde verlangt. Die Ablehnung der Bürger war richtig, denn selbst angesichts der zweifelsohne hohen Lebenshaltungskosten im südlichen Nachbarland wäre dieser Betrag deutlich zu hoch gewesen. Doch wer meint, dass die Entscheidung gegen die Lohnuntergrenze ein reiner Sieg der Vernunft ist, irrt. Tatsächlich spielte in der Diskussion ein anderer Aspekt eine entscheidende Rolle: die Angst vor einem weiteren Zuzug. 18,50 Euro, so die Befürchtung mancher Gegner, würden mehr Ausländer in die Schweiz locken. Und dass die Schweizer gegen einen solchen Zuzug sind, haben sie bereits deutlich gemacht - ebenfalls per Volksabstimmung. Die Schweiz muss aufpassen, dass sie mit derart platten Diskussionen ihre Attraktivität als Wirtschaftsstandort nicht dauerhaft beschädigt.

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