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Rheinische Post: Kommentar
Merkels leise Töne = Von Frank Herrmann

Düsseldorf (ots) - Großer Bahnhof im Weißen Haus, doch eigentlich ist dies ein Moment der Ernüchterung. Angela Merkel hängt unnötig niedrig, worüber sie sich noch vor Monaten völlig zu Recht erregt hatte. Das "Abhören von Freunden geht gar nicht" - der Satz, mit dem sie kommentierte, dass die NSA sie belauschte, er hat praktisch keine Wirkung hinterlassen. Wie selbstverständlich spioniert die NSA weiter Amerikas Verbündete aus, ohne groß zu unterscheiden zwischen Freunden und Gegnern. Wer eine Wende erwartet hatte nach den Paukenschlägen Edward Snowdens, muss sich inzwischen fühlen wie ein blauäugiger Narr. Es stimmt zwar, Wladimir Putin lässt die Verbündeten beidseits des Atlantiks wieder zusammenrücken. Nur drängt sich der Eindruck auf, dass die Kanzlerin ganz froh ist, in der Spähaffäre leisere Töne anschlagen zu können. Das Problem ist: Noch immer scheint Obama nicht wirklich begriffen zu haben, wie groß der Vertrauensverlust in Deutschland ist. Den Streitfall ungeklärt in die unterste Schublade zu legen - es wäre das falsche Signal.

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