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Rheinische Post: Kommentar
Neuer Atomkraft-Streit = Von Thomas Reisener

Düsseldorf (ots) - Der Ausstieg aus der Atomenergie war 2011 schnell beschlossen. Nach der Katastrophe von Fukushima wollte die Kanzlerin Entschlossenheit demonstrieren. Außerdem raubte sie den Grünen so deren wichtigstes Thema. Dreieinhalb Jahre später zeigt sich, dass der Beschluss zwar schnell gefasst, aber nicht sauber vorbereitet war. Am Beispiel des Jülicher Forschungszentrums wird deutlich, welche Fragen offengeblieben sind: Darf die Atomenergie in Deutschland trotz Energiewende weiter auf Staatskosten erforscht werden? Wenn ja: zu welchem Zweck? Und dürfen deutsche Forscher ihr Wissen nach China weitergeben, wo damit neue Atomkraftwerke gebaut werden? Wenn ja: Warum dürfen deutsche Steuergelder die Atomkraft im Ausland fördern, die wir im eigenen Land nicht mehr haben wollen? Ob man nun für Atomkraft ist oder dagegen - die Grünen weisen zurecht auf diese Widersprüche hin. Die Forscher in Jülich sind allerdings die falsche Adresse für Vorwürfe. Sie haben ihren unklaren politischen Rahmen ja nicht verschuldet.

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