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Rheinische Post: Bei der Pflege sagt die Politik nicht Wahrheit Kommentar Von Eva Quadbeck

Düsseldorf (ots) - Löblich ist, dass Gesundheitsminister Hermann Gröhe eine Erprobungsphase startet, bevor er die große Pflegereform in Gang setzt. Zu oft passiert es insbesondere in der Sozialgesetzgebung, dass neue Regeln aufgestellt werden, während ihre Wirkungen und Nebenwirkungen grandios unterschätzt bleiben. Der Aktionismus der Testphase dient allerdings auch zur Beruhigung der Lage. Denn Betroffenen und Angehörigen wird die Reform des Pflegebedürftigkeitsbegriffs, die zu einer gezielteren, würdigeren und umfassenderen Pflege führen soll, seit Jahren versprochen. Die Pflege ist ein Thema, bei dem sich die Politik die Wahrheit nicht zu sagen traut. In den kommenden 20 Jahren wird die Zahl der Pflegebedürftigen in die Höhe schnellen und die Zahl der Demenzkranken drastisch steigen. Vor dem Hintergrund, dass immer mehr Menschen ins Pflegealter kommen, die kinderlos sind oder berufstätige Kinder haben, werden die Kosten für die Pflege explodieren. Denn noch werden etwa zwei Drittel der Pflegebedürftigen von ihren Angehörigen versorgt. Dies ist bedeutend günstiger als die Unterbringung im Heim. Politik und Gesellschaft insgesamt müssen sich dieser gewaltigen Veränderung bewusster stellen.

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