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Rheinische Post: Krim-Krise zwingt zu neuer Fracking-Debatte Kommentar Von Thomas Reisener

Düsseldorf (ots) - Deutschland bezieht sein Erdgas zu über einem Drittel aus Russland. Einem Land, das gerade massiv gegen das Völkerrecht verstößt. Unsere Gasmilliarden fließen trotzdem weiter nach Moskau. Nicht aus diplomatischem Kalkül, sondern weil wir abhängig sind. Mit der Krim-Krise wird uns erstmals seit den Ölkrisen der 1970er Jahre wieder bewusst: Energiepolitisch müssen wir auch mit Staaten zusammenarbeiten, die unsere politischen Werte nicht teilen. Steinkohle, Braunkohle, Atomkraft und Fracking: Je mehr heimische Energiequellen wir ablehnen, desto größer wird diese Abhängigkeit. Deutsche Außenpolitik und deutsche Energiepolitik sind kommunizierende Röhren. Da wir gerade unser Verhältnis zu Russland neu definieren, müssen wir notgedrungen auch unsere Energiepolitik überprüfen. Natürlich kann Fracking allein russisches Gas nicht ersetzen. Aber das Denk- und Forschungsverbot, das die rot-grüne Landesregierung sich bei diesem Thema leistet, passt nicht mehr in die Zeit. Die USA können heute dank Fracking auf Gasimporte verzichten. Und NRW will diese Technik, obwohl sie ständig Fortschritte macht, nicht einmal erforschen. Das ist nicht vorsichtig. Das ist kurzsichtig.

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