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Rheinische Post: Siemens wirbt für Putin

Düsseldorf (ots) - Im Umgang mit der Ukraine-Krise zeigt die deutsche Wirtschaft ihr hässliches Gesicht. Gerne betont sie, sie akzeptiere den Primat der Politik, zugleich macht sie aggressive Lobbyarbeit, um die Bundesregierung von Sanktionen abzuhalten. Natürlich kann man über deren Sinn streiten und auf deren Konsequenzen hinzuweisen. Siemens aber hat die Grenze zwischen berechtigtem Interesse und Liebedienerei überschritten. Der Dax-Konzern ließ zu, dass Präsident Putin den Besuch von Siemens-Chef Joe Kaeser erfolgreich zum öffentlichen Propagandafilm umfunktionierte. Alle Maßnahmen des Westens zielen bislang darauf ab, Putin zu isolieren. Dank Kaeser konnte sich Putin nun als ehrbarer Geschäftsmann inszenieren. Und Putin machte die westliche Politik lächerlich, indem er den geächteten Eisenbahn-Oligarchen an den Tisch holte. Dann tat ihm Kaeser auch noch den Gefallen, die Ukraine-Krise als "kurzfristige Turbulenz" herunterzuspielen. Was sind schon ein paar Tote auf dem Maidan, was ist schon eine drohende Eiszeit gegen ein neues Milliarden-Geschäft? Böse Erinnerungen werden wach.

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