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Rheinische Post: Verdi sollte nicht das Maß verlieren

Düsseldorf (ots) - Die Bürger müssen es auch einmal aushalten, dass Staatsdiener für höhere Löhne auf die Straßen gehen, dass der Müll nicht abgeholt wird, Kitas geschlossen bleiben und die Bushaltestellen verwaist bleiben. Selbstverständlich ist das für die Betroffenen nervig. Aber all das gehört zu Recht zu Tarifverhandlungen. Nur so ist sichergestellt, dass die Beschäftigten am Verhandlungstisch als ebenbürtige Verhandlungspartner und nicht bloß als Bittsteller auftreten. Allerdings müssen die Gewerkschaften bei all dem auch immer ein Gefühl für das rechte Maß haben. Verdi und Beamtenbund liegen mit ihrer Forderung von insgesamt 7,1 Prozent deutlich über dem, was Arbeitnehmer zuletzt in so wirtschaftsstarken Branchen wie der chemischen Industrie verlangt haben. Der Nachholbedarf, von dem Verdi seit der Umstellung vom Bundesangestelltentarif auf den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst spricht, ist schon längst nicht mehr so groß, dass er solch enorme Forderungen rechtfertigt. Entsprechend verschnupft reagieren die Arbeitgeber, die von einer unangemessenen Beeinträchtigung durch die Streiks sprechen. Man kann sie verstehen. Verdi und Beamtenbund sollten zu realistischen Forderungen zurückfinden

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