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Rheinische Post: Fauxpas in der Knesset

Düsseldorf (ots) - Martin Schulz ist kein politischer Anfänger. Er hat gewusst, dass eine Rede vor der Knesset, dem israelischen Parlament, für ihn eine hohe Ehre, aber auch eine besondere Herausforderung ist. Nicht zuletzt, weil er Deutscher ist. Schulz sprach als Präsident des Europa-Parlaments zu den Abgeordneten, und er hat viel Richtiges gesagt, darunter auch Kritisches. Das ist gut so - ein offenes Wort muss unter Freunden erlaubt sein. Allerdings sollte die Kritik auch fundiert sein. Es ist schleierhaft, was Schulz dazu bewogen hat, in seiner Ansprache mit ungeprüften Zahlen zu hantieren, die die Diskriminierung der Palästinenser bei der Wasserversorgung belegen sollten. Mit diesem Fauxpas hat er sich angreifbar gemacht und - schlimmer noch - sein eigentlich berechtigtes Anliegen, auf Missstände hinzuweisen und einen fairen israelisch-palästinensischen Ausgleich zu fordern, diskreditiert. Da hilft es jetzt auch nicht, über israelische Empfindlichkeiten zu lamentieren oder auf die innenpolitische Motivation des Eklats zu verweisen. Martin Schulz hat eine Chance verschenkt. Schade.

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