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Rheinische Post: Aigner traut sich was

Düsseldorf (ots) - Kreuth - das steht für die Möglichkeit plötzlicher Dramatik mit weitreichenden Folgen für Bündnisse und politische Führer. Hier beschloss die CSU 1976 (anschließend wieder revidiert) die Trennung von der CDU, hier begann 2007 der Sturz von Stoiber. Und zur jüngsten Kreuther Klausur wirbelt ein politischer Sturm innerhalb des Münchner CSU-Kabinetts die Tagesordnung durcheinander? Seehofer gegen Aigner, König Horst gegen Kronprinzessin Ilse im kurzen, aber heftigen Schlagabtausch um eine schuldenfinanzierte Strompolitik. Auch wenn das Kabinett die Angelegenheit vorerst zu den Akten legte, bleibt für die CSU das neue Bild von Aigner als einer, die sich traut, dem oft selbstherrlichen Seehofer die Stirn zu bieten. Am Nimbus des nahezu unangefochtenen Parteichefs ändert das vorerst nichts. Er dürfte sogar heimlich Freude daran haben, dass sich die von ihm zurück nach München geholte Bayerin mit eigenem Kopf abhebt von den anderen potenziellen Nachfolgekandidaten. Freilich wird sie daran gemessen werden, ob sie mutig auch aufs gegnerische Tor feuert.

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