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Rheinische Post: Kommentar
Unfeine Geschäfte = Von Antje Höning

Düsseldorf (ots) - Die Zeiten, in denen Steuerhinterziehung als Kavaliersdelikt galt, sind vorbei. Seit der Fiskus an Fällen wie Ex-Post-Chef Zumwinkel vorgeführt hat, dass er den Kampf gegen Steuerbetrug ernst meinen, steigt die Zahl der Selbstanzeigen. Seit Uli Hoeneß in den Schlagzeilen ist, legt ihre Zahl gar sprunghaft zu. Auch wenn der Bayern-Präsident mit einer Bewährungsstrafe davonkommen sollte, was angesichts der Höhe der mutmaßlich hinterzogenen Steuer noch milde wäre, hat die Causa Hoeneß viele wachgerüttelt. Dass Fahnder selbst den Fußball-Halbgott ins Visier nehmen, zeigt den "Sündern" den Ernst der Lage. Zudem steht ihnen mit der Selbstanzeige ein bequemer Ausweg offen. Wo sonst können sich Rechtsbrecher von Strafe freikaufen? Eine unrühmliche Rolle in diesem Krimi spielen dagegen die Schweizer Banken. Erst locken sie mit vermeintlich seriöser Beratung deutsche Anleger an, ihr Schwarzgeld in Züricher Tresoren zu verstecken. Seit die feinen Geschäfte gar nicht mehr als fein gelten, geben sie die Unschuld von der Alm und drohen den Kunden mit Konten-Auflösung. Heuchlerisch.

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