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Rheinische Post: Kommentar
Snowdens "1984" = Von Martin Bewerunge

Düsseldorf (ots) - In besinnlichen Zeiten wie diesen öffnen sich die Menschen leichter für Botschaften als sonst, es ist der Moment, in dem die Mächtigen das Wort ergreifen, um zurückzuschauen und nach vorne zu blicken. Dass auch Edward Snowden in den Weihnachtstagen mit einer eigenen Ansprache aufwartet, ist gewiss ein Clou, aber nicht alles, was er vorbringt, auch nachvollziehbar. Der Mann, der das ganze Ausmaß der Bespitzelung durch US-Geheimdienste offenbarte, schätzt die gegenwärtige Überwachung der Massen als viel schlimmer ein, als sie George Orwell einst in seinem Buch "1984" beschrieb. Doch Orwell schildert ein System, das seine Bürger gezielt unterdrückt. Die Absicht der USA ist eine ganz andere: Hier geht es immer noch um die Verteidigung der Freiheit nach den traumatischen Erfahrungen des 11. September. Die Debatte, die Edward Snowden mit seinen Enthüllungen angestoßen hat, ist absolut notwendig. Doch sie verdient es, dass man sie sauber und sachlich führt. Nur so wird am Ende das Ziel wieder sichtbar: die Verteidigung der Freiheit.

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