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Rheinische Post: Von der Leyens Rolle im Merkel-Projekt Kommentar Von Gregor Mayntz

Düsseldorf (ots) - Die Bundeskanzlerin hat die vormalige Arbeits-, Familien- bzw. Landesbauministerin Ursula von der Leyen nicht zur Bundeswehr-Chefin gemacht, weil diese besonders viel Ahnung von der Materie hätte. Von der Leyen als "Inhaberin der Befehls- und Kommandogewalt" in Deutschland ist vielmehr Teil des Merkel-Projektes, die Union dauerhaft bei über 40 Prozent zu stabilisieren. Von der Leyen ist dabei extrem nützlich, weil sie CDU-ferne Wählerschichten einlädt und bindet. 185.000 wahlberechtigte Soldaten geben dabei nicht den Ausschlag. Sie sind aber Schauplatz gesellschaftlicher Modernität auf dem Feld der Gleichberechtigung. Versagt von der Leyen bei diesem Projekt, ist Merkel zugleich eine Konkurrentin und eine potenzielle Nachfolgerin los. Besteht sie aber den Härtetest, ist alles möglich. So kurz nach ihrem Amtsantritt an den Hindukusch zu jetten, das beweist, dass die Ministerin nicht nur ihren Laden schnell in den Griff kriegen sondern von Anfang an eine besondere Identität zwischen den Soldaten und ihr herstellen will. Sie konnte die Soldaten in Afghanistan handstreichartig für sich vereinnahmen. Eine Garantie fürs Gelingen ist das aber nicht.

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