Rheinische Post: Was nutzt dem Kind? = Von Reinhold Michels

Düsseldorf (ots) - Man kann es nicht oft genug betonen: Artikel 3 ist nicht der große Gleichmacher der Verfassung, er bedeutet, dass Gleiches nicht ungleich und Ungleiches nicht notwendigerweise gleich zu behandeln sei. Wer glaubt, es sei gleich, ob ein Kind in einer Ehe aufwächst oder in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft, für den sind rechtliche Hürden für Adoptionen innerhalb einer Homo-Partnerschaft offenkundig verfassungswidrig. Wer das glaubt, hat im liberalen Zeitgeist einen mächtigen Lebenspartner. Er weht auch in Karlsruhe. Vielleicht weht er ja zu Recht. Eheleute oder gleichgeschlechtliche Partner können vorzügliche oder liederliche Erzieher sein, je nachdem, ob ihnen ihre Selbstverwirklichung mehr gilt als das Kindeswohl. Eine vieltausendjährige Menschheits-Erfahrung spricht dafür, dass es einem Kind generell gut bekommt, wenn es bei Vater und Mutter groß wird. Die Erfahrungen mit Kindern in Homo-Partnerschaften sind noch jung. Bevor die letzte Hürde im Adoptionsrecht fällt, sollte deshalb viel gründlicher untersucht werden, was dem Kind wirklich nutzt.

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