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Rheinische Post: Weckruf für Indien Kommentar Von Maximilian Plück

Düsseldorf (ots) - Der Energiehunger der Inder ist groß - zu groß, wie die jüngsten Mega-Stromausfälle gezeigt haben. Und dieser Hunger wird noch größer: Experten rechnen damit, dass sich der Energieverbrauch im Zuge der Industrialisierung und des Bevölkerungswachstums bis 2030 gegenüber 2004 verdoppeln wird. Die Zahl flächendeckender Stromausfälle dürfte also noch größer werden, ist die Infrastruktur des Landes doch abenteuerlich rückständig. Das gilt für die Verkehrswege genauso wie für das Stromnetz. Genau das unterscheidet die indische von der chinesischen Wirtschaftsentwicklung: Wo die Pekinger Kommunisten wichtige Infrastrukturprojekte auch gegen die Bevölkerung durchboxen, würde Indien mit einem solch rabiaten Vorgehen an seine Grenzen stoßen. Zu stolz sind die Inder darauf, die größte Demokratie der Welt zu sein; zuständige Politiker würden die Quittung an den Wahlurnen bekommen. Hoffentlich verstehen die Inder den Mega-Stromausfall als Weckruf: Nur mit einer auch von der Bevölkerung getragenen radikalen Erneuerung des Strom- und Verkehrswegenetzes wird es gelingen, dauerhaft an der wirtschaftlichen Weltspitze mitzumischen - und nicht von der autoritär regierten Wirtschaftsnation China abgehängt zu werden.

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