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Rheinische Post: Blockierte Republik Kommentar Von Eva Quadbeck

Düsseldorf (ots) - Die Argumente der Gegner des Bahn-Projekts Stuttgart 21 sind mitunter eigentümlich. Zum Beispiel das einer alten Dame, die meint, sie habe nur noch zehn Jahre zu leben, ebenso lange würde der Umbau des Bahnhofs dauern und dann nutze er ihr nicht mehr. Das ist ein individueller, ja egoistischer Blick auf die Lage. Aufgabe der Politik ist es aber, das Gemeinwohl zu mehren und nicht individuellen Interessen nachzugeben. Die aktuelle Umfrage zu Stuttgart 21 in Baden-Württemberg lässt aufhorchen: Die größere Zahl der Bürger im Ländle ist immer noch für den Bahnhofsneubau. So können Bilder von demonstrierenden Menschenmassen täuschen. Der Aufruf des sächsischen Ministerpräsidenten Tillich, der Westen solle sich ein Beispiel am Osten nehmen, wo sich Großprojekte noch durchsetzen lassen, wirkt in der festgefahren öffentlichen Debatte um Stuttgart 21 erfrischend. Und Recht hat er auch, der Sachse. Die Menschen in den besonders wohlsituierten Gegenden Deutschlands, wozu man die Region Stuttgart getrost zählen darf, neigen zu einem Ich-bezogenen Strukturkonservatismus. Nach dem Motto: Mir geht es gut, also darf sich nichts ändern. Diese Einstellung ist zukunftsvergessen.

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