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Rheinische Post: Die Zukunftsmesse

Düsseldorf (ots) - Ein Kommentar von Lothar Schröder:

So zukunftsverliebt war die Buchbranche noch nie. Denn auf ihrer weltgrößten Messe in Frankfurt hat sie sich euphorisch einem Produkt gewidmet, für das es bei uns noch wenig Interessenten und kaum Käufer gibt: Deutlich weniger als ein Prozent tragen die neuen elektronischen Bücher zum Gesamtumsatz bei. Wozu also dann die Aufregung? Die schrille Beachtung für ein Produkt, das noch niemand will, zeigt einen wachen Geist der Büchermacher, beweist ihre Vorstellungskraft für eine künftige Vermittlung von Literatur. Die wird weniger spektakulär ausfallen, als viele meinen. Denn das E-Book hält am "Prinzip Buch" fest, das "Abenteuer Inhalt" wird fortgesetzt - nur mit neuen Mitteln. So wohltuend angstfrei die Büchermacher mittlerweile aufs E-Book schauen, so offen können auch Leser diesem Projekt begegnen. Freilich sind noch ein paar Rahmenbedingungen einzuführen - wie der verminderte Mehrwertsteuersatz auch für E-Books. Es sind nur ein paar Schritte in eine neue Ära des Lesens: Nach Gutenbergs Erfindung des Drucks mit beweglichen Buchstaben vor 600 Jahren geht es jetzt um die bewegliche Bibliothek. Ein auch geistesgeschichtlicher Meilenstein, wenn man bedenkt, dass damals aus dem Buchdruck die Aufklärung erwuchs.

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